Ich muss unumwunden zugeben, dass mich dieser Thread sehr schockiert hat und ich bin froh, dass meine Registrierungsmail einen Tag lang brauchte. So kann ich nämlich wenigstens was vernünftiges schreiben, statt mich aufzuregen.
Man muss nun wirklich kein Deguexperte sein, um zu erkennen, was hier vorliegt: miserable Haltungsbedingungen!
Ein Blick in einen Deguratgeber und sei er noch so schlecht offenbart: Degus leben in freier Wildbahn in Gruppen mit einem oder zwei Männchen und meheren Weibchen. In Käfighaltung funktionieren gleichgeschlechtliche Gruppen oder eine Gruppe mit einem Männchen (vorzugsweise kastriert, denn auch Degus sitzen schon massenweise in Tierheimen und bei privaten Notfellchenhelfern) und einem oder meheren Weibchen. In seltenen Fällen leben auch zwei Männchen bei deutlich mehr Weibchen, aber so eine Haltung sei wirklich nicht empfohlen, schon garnicht für Anfänger.
Der Threadstarter hat seine Degus sich nun munter unkontrolliert inzestös vermehren lassen. Dass dabei auch Männchen zur Welt kamen ist wohl klar und sobald die geschlechtreif wurden, stritten sie sich selbstverständlich um die Weibchen. Sie führten einen Vertreibungskampf, da sie ihren Instinkten folgend alleine mit ihren Weibchen leben wollten, wie sie es eben in Freier Wildbahn auch tun würden. Dabei gab es nur ein Problem: Sie saßen in einem Käfig und die Unterlegenen konnten nicht verschwinden. Also wurden sie tot gebissen. Nichts krankes, sondern eine Folge der unbedachten Käfighaltung!
Und beim Käfig sind wir ja schon bei nächsten Punkt. Degus benötigen einen großen, abwechslungsreich eingerichteten Käfig. Die TVT gibt hier 100x50x100 cm als absolutes Minimum an. Gute Deguratgeber wie der von Alexandra Roth oder Stefan Gumnior geben größere Mindestmaße an. Hier hatten sie ein winziges, überhaupt nicht eingerichtetes Aquarium, das sogar zu klein für Farbmäuse wäre und offenbar nicht ausbruchssicher war. Derart beengte Verhältnisse begünstigen selbstverständlich Verhaltensstörungen und Kanibalismus.
Und schließlich dieses euphemistische "die Anzahl hat sich reduziert". Die sind nach und nach gestorben. Haben sich vermutlich gegenseitig umgebracht. Warum greift man in so einem Fall nicht ein? Das kann in der Kleinsäugerhaltung immer passieren, dass sich eine Gruppe zerstreitet (hier war es ja wie dargelegt schon vorprogrammiert). Da muss man als Halter eben eingreifen bevor es Tote gibt und im Zweifelsfall müssen sie tierärztlich versorgt werden.
Leute! Informiert euch über, die Tiere, die ihr halten wollt, denn ansonsten kommen Lebewesen zu Schaden!
Ein artgerechter Käfig für 3-5 Degus: