Hallo Charlie,
der Welpe sollte unbedingt in Deiner Nähe schlafen.
Er kommt raus aus seinem Rudel, weg von den Geschwistern, verlässt die ihm vertraute Umgebung.
Er hat nun ein großes Sicherheitsbedürfnis und das ist in der Nacht am höchsten.
Zudem kommt, dass Du merkst wann der Welpe raus muss und kannst entsprechend schnell reagieren.
Ein Welpe hat bereits sehr früh gelernt, seinen Schlafbereich zu verlassen, wenn er sich erleichtern muss, sie sind instinktiv sauber und nur wenige werden ihren eigenen Schlafbereich beschmutzen.
Wenn Dein Hund anfangs eher zufällig an der richtigen Stelle sein Geschäft verrichtet lobe ihn über Gebühr, bestrafe ihn nicht, wenn ihm mal ein Malheur passiert, sondern ignoriere das und bringe ihn so oft wie nötig zum „richtigen“ Platz.
Die althergebrachten „Zwangmittel“ wie mit der Zeitung einen Klaps geben, Fang in die Pfütze drücken, usw., werden heute glücklicher- weise und dank vieler Aufklärungsarbeit nicht mehr verwendet. Der Welpe würde aus diesen Bestrafungen auch keine Ableitung zu dem machen was Du von ihm willst. Was er aus solchen Aktionen in Erinnerung behält sind, Zeitung = Schläge, Schläge = Schmerz. Nicht selten reagieren diese Hunde ein hundelebenlang auf Zeitungen und damit verbundene Geräusche empfindlich.
Wende hier positive Bestärkung und im Falle, das es mal „schief geht“ Ignorieren als Mittel der Wahl an.
Am besten bringst Du Deinen Hund direkt nach dem Aufwachen, 10 Minuten nach jeder Mahlzeit, und dazwischen in zweistündlichen Intervallen zum „richtigen Platz“.
Trage oder führe ihn nach draußen. Warte bis er sein Geschäft verrichtet. Dann LOBEN LOBEN LOBEN. Solange er noch nicht wirklich stubenrein ist, ist es wichtig, dass er unmittelbar gelobt wird nachdem er sein Geschäft erledigt hat. Nur dann kann er das Lob richtig zuordnen.
Nicht selten sehen sich Junghundehalter dem Problem gegenüber, das sie scheinbar Hunde gekauft haben, die zwar draußen für ihr Leben gern herumtollen, den heimischen Teppichboden aber als auserkorene „Lieblingstoilette“ stilisiert haben.
Dies liegt darin begründet, dass der Welpe vor allem in den ersten Wochen nach seinem Einzug ein so hohes Maß an neuen Reizen und Eindrücken verarbeiten muss, das er beim „Spazierengehen“ schlichtweg vergisst sich zu lösen.
Den „richtigen Platz“ solltest Du demzufolge an einer Stelle wählen, die möglichst reizarm und klein gehalten ist.
Dem Hund lange Spaziergänge zuzumuten wäre kontraproduktiv, weil er von Schritt zu Schritt, Baum zu Baum und Ecke zu Ecke neue Eindrücke gewinnt, die ihn wiederum davon abhalten und zum anderen weil es seiner skelettösen Entwicklung abträglich ist.
Faustregel:
Für einen Welpen gilt die Faustregel Spaziergänge nach folgendem Schema zu halten: Lebenswochen = Minuten, die ein Hund am Stück laufen sollte.
Dein Welpe wird also beim Einzug knapp 10 Minuten in der Lage sein vernünftig zu spazieren.
Lasse Dich nicht dazu verleiten länger zu gehen, verkürze lieber die Intervalle und baue dafür häufigere Auslaufmöglichkeiten ein.
Ein Welpe wird zunächst keine Ermüdungserscheinungen zeigen. DU bist jetzt der Fixpunkt seines Lebens, der Rudelführer der für seine Sicherheit verantwortlich ist. ER würde Dir bis zum Umfallen folgen, weil das Zurückbleiben für ihn in freier Natur den sicheren Untergang bedeuten würde.
Mit viel Lob und Bestätigungen werden sich bald Erfolge bei der Stubenreinheit einstellen. Sollte ein Malheur passieren, reinige die Stelle gründlich mit geruchbindendem (ungiftigem) Desinfektionsmittel, damit für das schlaue Näschen kein Eindruck zurückbleibt.
VLG
arp